Kabarett mit Konrad Beikircher am 8. Februar

1965 betrat der gebürtige Südtiroler Konrad Beikircher erstmals rheinischen Boden. Seitdem sinniert niemand treffender über die Sprache und vor allem das Wesen des Rheinländers als er. In seinem neuen Programm widmet sich der bekannte Kabarettist und studierte Musikwissenschaftler einem der berühmtesten Rheinländer: In „#Beethoven – dat dat dat darf!“ beleuchtet er mit Witz und Hintersinn das Leben des großen Komponisten, der 1770 in Bonn geboren wurde. Auf Einladung des Musik- und Kulturverbandes ist Beikircher am Samstag, 8. Februar, in Verl zu Gast.

Statt mit einem Pressetext lädt Beikircher mit einem Brief an sein Publikum lieber persönlich zu dem Abend ein: „Liebes Publikum, mit drei Jahren habe ich die erste Schellackplatte auf den Küchenboden fallen lassen: Beethoven’s Klaviersonate „Pathétique“, gespielt von Wilhelm Kempff. Alle fielen ins Koma, ich hab’s überlebt. Mein Leben lang hat er mich seitdem begleitet, Ludwig der Große. Jetzt ist es an der Zeit, zu erzählen, was dabei herausgekommen ist.

Dass er die Fünfte, die Neunte, den Fidelio oder die Wut über den verlorenen Groschen geschrieben hat, weiß jeder. Dazu brauchen Sie nicht zu mir zu kommen, das steht alles in den Programmheften der Konzertsäle. Privat war er allerdings alles andere als der Fackelträger abendländischer Moral: der Schwerenöter war hinter Frauen her, aber hallo! Meistens aber erfolglos und wenn die Sehnsucht allzu groß wurde, hat er sie sich gemietet, er jonglierte mit dem Geld, dass es jeden Hütchenspieler begeistert hätte, er schrieb immer wieder Rheinlieder und versteckte sie in berühmten Kompositionen, weil der Rhein in Wien kein Schwein interessierte, er war verlobt mit einer Bonnerin, die ebenfalls in Wien lebte, er war ein Helikopteronkel wie er im Buch steht, er hat Fürsten erpresst und der Trinker Beethoven war ein launiger Griesgram, der allein mit seinem Lachen Geld hätte verdienen können, so laut und ansteckend war es.

Er war ‚harthörig’ und später taub, was ihn misstrauisch ohne Ende machte und er war rheinischer Republikaner von Grund auf. Kurz: der große, unberührbare Titan, der größte Komponist und der Held der Menschheit war im Alltag ein – was ein Glück! – ganz normaler Mensch. Ein Leben lang hab ich zusammengetragen und verspreche Ihnen, dass ich Ihnen nur die Wahrheit erzähle – wenn auch in meinen Worten. Wissen Sie, was Sie bisher nicht wussten, glauben Sie, was Sie bisher nicht glauben wollten, erfahren Sie mehr: über ihn und über – sich! Was das alles mit ‚dat dat dat darf!‘ zu tun hat? Kommen Sie doch vorbei, ich erzähl’ es Ihnen. Ihr Konrad Beikircher.“

Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule Verl (St.-Anna-Straße 28). Karten im Vorverkauf zum Preis von 23 Euro sind ab sofort im Bürgerservice Verl (Rathaus) und in der Buchhandlung Pegasus, unter kartenvorverkauf@verl.de und unter Tel. (05246) 961199 erhältlich. An der Abendkasse kostet der Eintritt 25 Euro.